Kiel-Holtenau
Die Vorgeschichte der Seeflugstation begann im November 1911 in Putzig/Westpreußen, nachdem das Reichsmarineamt am 26. Oktober 1910 beschlossen hatte, Flugversuche vorzunehmen. Die ersten Wasserstarts führte am 3. Juli 1912 der Oberleutnant Langfeld auf dem Putziger Wik aus.
Die Erkenntnisse über den Wert des Flugzeuges für militärische Aufgaben ließ neue Seeflugstützpunkte entstehen. So entstanden 1913 in Holtenau erste „Flugzeugschuppen“. Putzig wurde Marine-Fliegerabteilung, Kiel-Holtenau am 5. Januar 1914 Mutterstation, und am 29. August des gleichen Jahres wurde die Marine-Fliegerabteilung von Putzig nach Holtenau verlegt. Der historische erste „Überseeflug“ führte von Sonderburg nach Kiel. Der erste Weltkrieg brachte neben der Überwachung der Ostsee und der Ausbildung keine berichtenswerten Ereignisse. In den 20er Jahren erhielt Holtenau eine Bedeutung durch die geheime Aufrüstung, die von der SEVERA betrieben wurde. Neue Flugzeugtypen und Waffen wurden erprobt, Wettbewerbe durchgeführt und der Standort Holtenau für den Flugbetrieb erhalten. Auch wurden erste bescheidene Verkehrsflüge durchgeführt.
Ein gewaltiges Ausbauprogramm wurde in den 30er Jahren durchgeführt. Holtenau wurde zum Seefliegerhorst. Die Luftwaffe und nicht die Marine übernahm unter den neuen Machthabern das Kommando. Vom Luftkrieg weitgehend verschont, wurde Holtenau nach der Wiederaufrüstung zum Zentrum einer neuen Marinefliegertruppe. Der in den 20er Jahren oberhalb des Seefliegerhorstes entstandene Landflugplatz wurde in die Infrastruktur einbezogen, und das Marinefliegergeschwader 5 – MFG 5 – hat hier bis in die heutigen Tage seine Heimat. Aus wirtschaftlichen Gründen und im Rahmen der Truppenreduzierung hat sich das MFG 5 inzwischen vom Oberland zurückgezogen und wickelt den gesamten SAR-Betrieb (Search and Rescue – Suche und Rettung über See) jetzt vom Seefliegerhorst-Gelände ab.